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Document 62018CA0778
Case C-778/18: Judgment of the Court (Fifth Chamber) of 15 October 2020 (request for a preliminary ruling from the Conseil d’État — France) — Association française des usagers de banques v Ministre de l’Économie et des Finances (Reference for a preliminary ruling — Consumer protection — Payment services in the internal market — Directive 2007/64/EC — Article 45 — Directive (EU) 2015/2366 — Article 55 — Termination of a framework contract — Directive 2014/17/EU — Credit agreements for consumers relating to residential immovable property — Article 12(1), (2)(a) and (3) — Tying practices — Bundling practices — Directive 2014/92/EU — Payment accounts — Articles 9 to 14 — Account switching — Obligation to deposit income on a payment account held with the lender during a period fixed by the credit agreement as consideration for an individual advantage — Duration of the obligation — Loss of the individual advantage in the event of early termination of the account)
Rechtssache C-778/18: Urteil des Gerichtshofs (Fünfte Kammer) vom 15. Oktober 2020 (Vorabentscheidungsersuchen des Conseil d’État — Frankreich) — Association française des usagers de banques/Ministre de l’Économie et des Finances (Vorlage zur Vorabentscheidung – Verbraucherschutz – Zahlungsdienste im Binnenmarkt – Richtlinie 2007/64/EG – Art. 45 – Richtlinie [EU] 2015/2366 – Art. 55 – Kündigung eines Rahmenvertrags – Richtlinie 2014/17/EU – Wohnimmobilienkreditverträge für Verbraucher – Art. 12 Abs. 1, Abs. 2 Buchst. a und Abs. 3 – Kopplungsgeschäfte – Bündelungsgeschäfte – Richtlinie 2014/92/EU – Zahlungskonten – Art. 9 bis 14 – Kontowechsel – Pflicht, als Gegenleistung für einen individuellen Vorteil seine Einkünfte für einen im Kreditvertrag festgelegten Zeitraum per Dauerauftrag auf ein Zahlungskonto beim Kreditgeber fließen zu lassen – Dauer der Pflicht – Verlust des individuellen Vorteils bei vorzeitiger Auflösung des Kontos)
Rechtssache C-778/18: Urteil des Gerichtshofs (Fünfte Kammer) vom 15. Oktober 2020 (Vorabentscheidungsersuchen des Conseil d’État — Frankreich) — Association française des usagers de banques/Ministre de l’Économie et des Finances (Vorlage zur Vorabentscheidung – Verbraucherschutz – Zahlungsdienste im Binnenmarkt – Richtlinie 2007/64/EG – Art. 45 – Richtlinie [EU] 2015/2366 – Art. 55 – Kündigung eines Rahmenvertrags – Richtlinie 2014/17/EU – Wohnimmobilienkreditverträge für Verbraucher – Art. 12 Abs. 1, Abs. 2 Buchst. a und Abs. 3 – Kopplungsgeschäfte – Bündelungsgeschäfte – Richtlinie 2014/92/EU – Zahlungskonten – Art. 9 bis 14 – Kontowechsel – Pflicht, als Gegenleistung für einen individuellen Vorteil seine Einkünfte für einen im Kreditvertrag festgelegten Zeitraum per Dauerauftrag auf ein Zahlungskonto beim Kreditgeber fließen zu lassen – Dauer der Pflicht – Verlust des individuellen Vorteils bei vorzeitiger Auflösung des Kontos)
ABl. C 423 vom 7.12.2020, pp. 3–4
(BG, ES, CS, DA, DE, ET, EL, EN, FR, HR, IT, LV, LT, HU, MT, NL, PL, PT, RO, SK, SL, FI, SV)
7.12.2020 |
DE |
Amtsblatt der Europäischen Union |
C 423/3 |
Urteil des Gerichtshofs (Fünfte Kammer) vom 15. Oktober 2020 (Vorabentscheidungsersuchen des Conseil d’État — Frankreich) — Association française des usagers de banques/Ministre de l’Économie et des Finances
(Rechtssache C-778/18) (1)
(Vorlage zur Vorabentscheidung - Verbraucherschutz - Zahlungsdienste im Binnenmarkt - Richtlinie 2007/64/EG - Art. 45 - Richtlinie [EU] 2015/2366 - Art. 55 - Kündigung eines Rahmenvertrags - Richtlinie 2014/17/EU - Wohnimmobilienkreditverträge für Verbraucher - Art. 12 Abs. 1, Abs. 2 Buchst. a und Abs. 3 - Kopplungsgeschäfte - Bündelungsgeschäfte - Richtlinie 2014/92/EU - Zahlungskonten - Art. 9 bis 14 - Kontowechsel - Pflicht, als Gegenleistung für einen individuellen Vorteil seine Einkünfte für einen im Kreditvertrag festgelegten Zeitraum per Dauerauftrag auf ein Zahlungskonto beim Kreditgeber fließen zu lassen - Dauer der Pflicht - Verlust des individuellen Vorteils bei vorzeitiger Auflösung des Kontos)
(2020/C 423/04)
Verfahrenssprache: Französisch
Vorlegendes Gericht
Conseil d’État
Parteien des Ausgangsverfahrens
Klägerin: Association française des usagers de banques
Beklagter: Ministre de l’Économie et des Finances
Tenor
1. |
Art. 12 Abs. 2 Buchst. a der Richtlinie 2014/17/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. Februar 2014 über Wohnimmobilienkreditverträge für Verbraucher und zur Änderung der Richtlinien 2008/48/EG und 2013/36/EU und der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 ist dahin auszulegen, dass er einer nationalen Regelung entgegensteht, die es einem Kreditgeber erlaubt, einen Kreditnehmer beim Abschluss eines Wohnimmobilienkreditvertrags im Gegenzug für einen individuellen Vorteil zu verpflichten, alle seine Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit oder diesen gleichgestellte Bezüge unabhängig von der Höhe, den Fälligkeiten und der Laufzeit des Kredits per Dauerauftrag auf ein bei diesem Kreditgeber eröffnetes Zahlungskonto fließen zu lassen. Dagegen ist diese Bestimmung dahin auszulegen, dass sie nicht einer nationalen Regelung entgegensteht, nach der die Dauer des verlangten Eingangs per Dauerauftrag, wenn dieser nicht die gesamten Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit des Kreditnehmers betrifft, zehn Jahre oder die Laufzeit des betreffenden Kreditvertrags, wenn diese kürzer ist, erreichen kann. |
2. |
Der Begriff „Entgelte“ im Sinne von Art. 45 Abs. 2 der Richtlinie 2007/64/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. November 2007 über Zahlungsdienste im Binnenmarkt, zur Änderung der Richtlinien 97/7/EG, 2002/65/EG, 2005/60/EG und 2006/48/EG sowie zur Aufhebung der Richtlinie 97/5/EG, Art. 55 Abs. 2 der Richtlinie (EU) 2015/2366 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. November 2015 über Zahlungsdienste im Binnenmarkt, zur Änderung der Richtlinien 2002/65/EG, 2009/110/EG und 2013/36/EU und der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 sowie zur Aufhebung der Richtlinie 2007/64/EG sowie Art. 12 Abs. 3 der Richtlinie 2014/92/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Juli 2014 über die Vergleichbarkeit von Zahlungskontoentgelten, den Wechsel von Zahlungskonten und den Zugang zu Zahlungskonten mit grundlegenden Funktionen ist dahin auszulegen, dass er nicht den Verlust eines individuellen Vorteils, der dem Kreditnehmer vom Kreditgeber als Gegenleistung dafür angeboten wurde, dass der Kreditnehmer ein Konto bei ihm eröffnet, um im Rahmen eines Kreditvertrags seine Einkünfte darauf fließen zu lassen, umfasst, der durch die Schließung dieses Kontos verursacht wurde. |